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Philosophie-News
Agnes Heller
Am 19. Juli 2019 ist Agnes Heller gestorben. Hier dieses schöne Zitat: Manchmal wird über meine philosophischen Schriften gesagt, ich schreibe und rede wie eine Lehrerin. Ich habe tatsächlich unverbesserlich und unwiderstehlich – unausweichlich? – etwas Lehrerinnenhaftes in meinem Wesen, das ich übrigens gar nicht mag. Ich mag keine Lehrerin sein, weil ich der Ansicht bin, dass es nichts gibt, was ich einen anderen Menschen lehren könnte. Ich habe stets geglaubt und gedacht, dass es in der Philosophie und im Leben überhaupt auf das Denken ankommt. Und das gilt nicht nur für die Philosophen; die Menschen müssen stehen bleiben, in sich gehen und darüber nachdenken, was sie tun wollen, und warum sie das tun, was sie tun. Und sie dürfen nicht alles für bare Münze nehmen, was ihnen als bare Münze verkauft wird. Das heißt, am Denken hängt tatsächlich eine ganze Menge. („Se félelem, se keseruség” - „Weder Angst noch Bitterkeit“, Jelenkor 2009)
(Erstellt am 28.07.2019, 11:08)

Wie ist es, ein Mensch zu sein?
Die Entdeckung des Unbewussten durch die Tiefenpsychologie und die Mechanismen der Verdrängung durch die Psychoanalyse zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben gelehrt, dass der Mensch neben der Außenwelt in einer Innenwelt lebt, die eigenen Gesetzen emotionaler Motivation unterliegt. Menschen sind Gefühlstiere höchsten Grades, mit triebhaften Willensimpulsen, die durch die Vernunft nur schwer zu kontrollieren sind. Vor diesem Hintergrund ist es angesagt, die anthropologische Frage neu zu formulieren. Nicht nach dem Wesen des Menschen fragen wir, sondern unsere Frage lautet: "Wie ist es, ein Mensch zu sein?" Mit dieser Formulierung knüpfen wir an den bekannten Aufsatz des amerikanischen Philosophen Thomas Nagel an: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?
Aus dem Prolog: F. Fellmann: Lebensgefühle. Meiner, 2018
(Erstellt am 22.04.2019, 9:55)

Gehört die Zukunft intelligenten Systemen?
Yuval Noah Harari ist ein Historiker und Sachbuchautor. In seinen Büchern (2011: Ein kurze Geschichte der Menschheit; 2015: Homo Deus - Eine Geschichte von Morgen; 2018: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert) geht Harari großen Fragen der Menschheit nach. Ist der Mensch die Krone der Schöpfung oder der Schrecken des Ökosystems? Die natürliche Auslese ist vorbei. Gottgleich kann der Mensch bald sich selbst erschaffen. Er arbeitet an der Verschmelzung von Mensch und Maschine zu superintelligenten Cyborgs.
In der Jännerausgabe 2019 des Philosophie Magazins (https://philomag.de/) gibt Harari ein Interview, wo er auf viele Probleme der Menschheit eingeht. Unter anderem sieht er die Möglichkeit, dass mit der Grundlage des Verknüpfens des biologischen Wissens mit künstlicher Intelligenz externe Systeme (KI-Maschinen) uns Menschen besser kennen könnten als wir uns selbst. Der Mensch könnte ganz kontrolliert und manipuliert werden, letztlich ganz ersetzt. – Harari wirft viele Fragen auf, Vieles ist anregend zu lesen. Aber es gibt auch viel Kritik, wie zum Beispiel von Michael Schmidt-Salomon auf HPD.
(Erstellt am 2.01.2019, 23:26)

Das Dazwischen - oder beides?
Kairos. So nannten Philosophen des antiken Griechenlands diesen besonderen Moment, den geglückten, den richtigen, den angemessenen, den lebensverändernden – er hat viele Übersetzungen erhalten und viele Deutungen, und nicht immer war ganz klar: Ist er ein Geschenk, oder erfordert er eine Anstrengung? Kann man ihn anstreben, oder fällt er einem zu?
Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Überlegung in den Kairos-Blog.
(Erstellt am 15.07.2018, 11:02)

Hier entsteht (alles ist im Aufbau begriffen) eine Internetpräsentation der Themen

  1. Der Augenblick

  2. Die Zeit

  3. Der Zufall

Motivation

 

Copyright Gerri Zotter

Mich beeinflusst dieses Thema "der günstige Augenblick" sehr. Es gehört zum Leben, dass wir immer wieder vor Entscheidungen stehen und manchmal das klare Wissen haben, jetzt hab ich den Augenblick für die richtige Entscheidung versäumt, jetzt - das wäre es gewesen ... Aus diesen Erfahrungen (eben mit diesem unangenehmen Beigeschmack) kann man viel lernen. Jeder von uns kann nun sein Gewordensein lassen wie es ist, oder auch beginnen, eine Lebensschule (eine Kairos-Schule) für dieses Lernen des Lebens im Augenblick anzufangen.

Wir haben zwei Möglichkeiten! Von anderen lernen oder durch sich selbst, durch Selbstbeobachtung und indem wir die eigene Selbstachtung anzuheben versuchen. Aber wir wissen alle, wie schwer es ist, sich zu verändern, seinem Habitus eine neue Richtung zu geben. Es geht nur über den Willen, durch das eigene Engagement, durch zielstrebiges Handeln. Die erfüllenden existentiellen Augenblicke werden so immer mehr.

Und wo ist das Vorbild? Die Erfahrung eines Mitmenschen, die mir helfen könnte?
Ich lese oft solche Sätze: Im Jetzt sein, in einem höchstmöglichen Maße anwesend, gegenwärtig sein. Ich verstehe es als eine Fähigkeit und zugleich als eine Haltung, die es mir ermöglicht, im Augenblick zu leben.
Aber wo sind die konkreten Beispiele für diese Beschreibungen?

Allgemeine Hinweise


In nächster Zeit (ab Juli 2012!) werden hier zu den oben angegebenen Themen Texte und Arbeiten veröffentlicht werden. Wenn Sie möchten, tragen Sie Ihre Stellungnahmen, Ihre Erfahrungen, Ihre philosophischen Überlegungen auf den Blog Kairos-Seiten ein.
Diese Seiten sollen auch zu philosophischen Aktivtäten verlinken, Veranstaltungen bekannt machen, wie z.B. über den Veranstaltungskalender des "blauen reiters". Kurzum: Es soll kairos.at philosophisch aktuell sein.


 

Buchtipps
Jacques Lusseyran: Das wiedergefundene Licht. Klett-Kotta 2017
Jim Holt: Gibt es Alles oder Nichts? Hamburg 2016
Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes, Berlin 2016
Luciano Floridi: Die 4. Revolution. Wie die Infosphäre unser Leben verändert. Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik. Suhrkamp, Berlin 2014
Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann; C.H. Beck Verlag, München 2012
Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon. btb, 2006
Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern, Riemann, 2006


Letzte Bearbeitung: 27.4.2019

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