Jahresarchiv für 2010

 
 

Ins Glück stolpern

Was ist das Ziel unseres Lebens? Das Erleben von Glück. Die Glückssuche ist in vielen Köpfen – in allen Köpfen. Das Glück kann man nicht mit intelligenter Lebensplanung ergattern, nein – ein Hineinstolpern ins Glück muss man zulassen. Daniel Gilbert (Harvardprofessor für Psychologie) ist der Autor eines Buches – es ist sogar das Wissenschaftsbuch des Jahres 2007 -, das eine subtile Analyse zum Thema Glücksformel bietet. Er benützt dafür neueste psychologische Erkenntnisse und schreibt das alles in einer lockeren Sprache. Schon deshalb konnte jemand formulieren: Wenn Sie über dieses Buch ’stolpern’, sind Ihnen viele Portionen Freude sicher.

Dieses Buch gibt es als Taschenbuch bei Goldmann und gebunden beim Riemann-Verlag.

l’im-possible

Das Un-Mögliche (l’im-possible), von dem ich häufig rede, ist nicht das Utopische.
Das Un-Mögliche gibt dem Wunsch, der Handlung und der Entscheidung die
Bewegung. Das Un-Mögliche ist die Figur des Wirklichen selbst. Es hat deren
Härte, Nähe und Dringlichkeit. Das Un-Mögliche, wie ich es in zahlreichen
neueren Texten interpretiere, das ist die Dringlichkeit des Augenblicks,
hier und jetzt, in den einzigartigen Situationen.
(Jacques Derrida, in der “Zeit”, 1998)

l’im-possible

Das Un-Mögliche (l’im-possible), von dem ich häufig rede, ist nicht das Utopische.
Das Un-Mögliche gibt dem Wunsch, der Handlung und der Entscheidung die
Bewegung. Das Un-Mögliche ist die Figur des Wirklichen selbst. Es hat deren
Härte, Nähe und Dringlichkeit. Das Un-Mögliche, wie ich es in zahlreichen
neueren Texten interpretiere, das ist die Dringlichkeit des Augenblicks,
hier und jetzt, in den einzigartigen Situationen.
(Jacques Derrida, in der “Zeit”, 1998)

Eine Rechtfertigung des Zufalls

Odo Marquart schreibt in seinem Büchl: Apologie des Zufällingen:

Einer der schlimmsten Feinde von Freiheit und Würde des Menschen scheint der Zufall zu sein. Indes, ich möchte hier ein gutes Wort einlegen für den Zufall: für das Zufällige.
Spreche ich also gegen Freiheit und Würde des Menschen? Keineswegs.
Ich meine nur: es wäre ein Zeichen mangelnder Freiheit, wenn der Mensch unwürdig über seine Verhältnisse lebte: über die Verhältnisse seiner Endlichkeit. Will er das nicht, so muss er das Zufällige anerkennen.

Das Jetzt leben

Ein Künstler sprach kürzlich über das Leben im Jetzt. Er habe es den Tieren abgeschaut. Diese leben nur das Jetzt, kennen den Tod nicht, haben ewiges Leben. Sein Leben im Jetzt kann er in seiner künstlerischen Arbeit verwirklichen. Sein Motto: Ich lebe ewig, bis ich sterbe.

Eine Uhr ohne Ziffern

Was ist die Zeit? Und die lösende, nicht lösende Kinderantwort, Staunensantwort kommt dazu: Die Zeit ist eine Uhr ohne Ziffern. (Ernst Bloch)

Καιρος

‘Kairos’ kommt aus der griechischen Mythologie, wo Kairos der Gott der günstigen Gelegenheit, der besonderen Chance und des rechten Augenblicks ist. Laut dem Dichter Ion von Chios (490-421 v. Chr.) ist Kairos der jüngste Sohn des Zeus.

Kairos steht für den entscheidenden Augenblick, die Gelegenheit, die man beim Schopf packen kann, den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung, dessen ungenütztes Verstreichen nachteilig sein kann.

Anfangs

Ich denke, dass es sinnvoll ist, vorab zu klären, was zur Philosophie gehört und was nicht.

Auch wenn der Begriff “Kairos” von der Psychologie für sich entdeckt wurde, wo die Angst, Entscheidungen zu fällen, als Kairophobie bezeichnet wird, so schlie?t das nicht aus, dass die griechische Mythologie von philosophischem Interesse ist.
Warum sollte die Frage nach dem “rechten Augenblick” nicht eine wichtige Frage der Ethik sein?
Mich würden genauer die Quellen interessieren, in denen “Chronos” und “Kairos” als Gegenspieler erscheinen.
(Aus einem früheren Blog)