Die heilsame Kraft des Philosophierens

Was ist das Wesentliche des Philosophierens?
“Wer jung ist”, schreibt Epikur, “soll nicht zögern zu philosophieren, und wer alt ist, soll nicht müde werden im Philosophieren. Denn für keinen ist es zu früh und für keinen zu spät, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern”. Wahrhaft zu philosophieren bedeutete das Führen eines offenen Gesprächs …
Die vielen Aspekte des philosophischen Tuns haben auch mit dem “kairos” zu tun. Ich kann die offenen Gespräche mit mir selber führen, im stillen Kämmerlein, – oder draußen am Marktplatz. Das da draußen ist mühsamer.
Deshalb dazu das Zen-Meister Beispiel:
Einige Schüler fragen ihren Zen-Meister, warum er so zufrieden und glücklich ist. Der Zen-Meister antwortet: “Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich.” Das tun wir auch, antworteten seine Schüler, aber was machst du darüber hinaus, fragten sie erneut. Der Meister erwiderte: “Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich …”. Wieder sagten seine Schüler: “Aber das tun wir doch auch Meister!” Er aber sagte zu seinen Schülern: “Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”
Sicher wird es dem Zen-Meister selbst öfters so ergehen, wie er es von den Schülern sagt. Aber die meisterliche Idee ist es, ganz “im Augenblick” zu sein, damit sich die Tür zur Gegenwart auftun kann. Es soll diese Spannung zwischen Leben im Augenblick und Leben der täglichen Aufgaben durchdacht werden.


 
 
 

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