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Philosophie-News
Wie ist es, ein Mensch zu sein?
Die Entdeckung des Unbewussten durch die Tiefenpsychologie und die Mechanismen der Verdrängung durch die Psychoanalyse zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben gelehrt, dass der Mensch neben der Außenwelt in einer Innenwelt lebt, die eigenen Gesetzen emotionaler Motivation unterliegt. Menschen sind Gefühlstiere höchsten Grades, mit triebhaften Willensimpulsen, die durch die Vernunft nur schwer zu kontrollieren sind. Vor diesem Hintergrund ist es angesagt, die anthropologische Frage neu zu formulieren. Nicht nach dem Wesen des Menschen fragen wir, sondern unsere Frage lautet: "Wie ist es, ein Mensch zu sein?" Mit dieser Formulierung knüpfen wir an den bekannten Aufsatz des amerikanischen Philosophen Thomas Nagel an: Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?
Aus dem Prolog: F. Fellmann: Lebensgefühle. Meiner, 2018
(Erstellt am 22.04.2019, 9:55)

Gehört die Zukunft intelligenten Systemen?
Yuval Noah Harari ist ein Historiker und Sachbuchautor. In seinen Büchern (2011: Ein kurze Geschichte der Menschheit; 2015: Homo Deus - Eine Geschichte von Morgen; 2018: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert) geht Harari großen Fragen der Menschheit nach. Ist der Mensch die Krone der Schöpfung oder der Schrecken des Ökosystems? Die natürliche Auslese ist vorbei. Gottgleich kann der Mensch bald sich selbst erschaffen. Er arbeitet an der Verschmelzung von Mensch und Maschine zu superintelligenten Cyborgs.
In der Jännerausgabe 2019 des Philosophie Magazins (https://philomag.de/) gibt Harari ein Interview, wo er auf viele Probleme der Menschheit eingeht. Unter anderem sieht er die Möglichkeit, dass mit der Grundlage des Verknüpfens des biologischen Wissens mit künstlicher Intelligenz externe Systeme (KI-Maschinen) uns Menschen besser kennen könnten als wir uns selbst. Der Mensch könnte ganz kontrolliert und manipuliert werden, letztlich ganz ersetzt. – Harari wirft viele Fragen auf, Vieles ist anregend zu lesen. Aber es gibt auch viel Kritik, wie zum Beispiel von Michael Schmidt-Salomon auf HPD.
(Erstellt am 2.01.2019, 23:26)

Das Dazwischen - oder beides?
Kairos. So nannten Philosophen des antiken Griechenlands diesen besonderen Moment, den geglückten, den richtigen, den angemessenen, den lebensverändernden – er hat viele Übersetzungen erhalten und viele Deutungen, und nicht immer war ganz klar: Ist er ein Geschenk, oder erfordert er eine Anstrengung? Kann man ihn anstreben, oder fällt er einem zu?
Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Überlegung in den Kairos-Blog.
(Erstellt am 15.07.2018, 11:02)

Rosa Mayreder
Analyse und Kritik des Patriarchats. Als eine der ersten radikalen Feministinnen vertrat Rosa Mayreder (1858 - 1938) die Ansicht, dass das Verhältnis zwischen Mann und Frau nicht von der Natur, sondern von gesellschaftlichen Normen bestimmt ist. Sie nahm bereits die These der US-amerikanischen Gender-Theoretikerin Judith Butler vorweg, "dass wir alle seit der Geburt von Geschlechterrollen geprägt sind, die unser Handeln bis heute bestimmen".
Die Rollenzuweisung als Frau erfuhr Mayreder bereits im bürgerlich-konservativen Elternhaus, in dem sie nur an den Griechisch- und Lateinstunden eines ihrer Brüder teilnehmen durfte. Schon als Jugendliche las Mayreder die Werke von Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche. Sie nahm Malunterricht, betätigte sich als Schriftstellerin und wurde zur Mitbegründerin des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins. In den Folgejahren konzentrierte sich Rosa Mayreder auf die schriftstellerische Arbeit; sie veröffentlichte sozialphilosophische und kulturkritische Schriften wie "Geschlecht und Kultur" und "Zur Kritik der Weiblichkeit", in denen sie den repressiven Charakter des Patriarchats analysierte und bekämpfte.
Sie dazu: ORF Science | Geschichte Wien | Das Buch: Welt Weise Frauen
(Erstellt am 17.03.2018, 8:24)

Hier entsteht (alles ist im Aufbau begriffen) eine Internetpräsentation der Themen

  1. Der Augenblick

  2. Die Zeit

  3. Der Zufall

Motivation

 

Copyright Gerri Zotter

Mich beeinflusst dieses Thema "der günstige Augenblick" sehr. Es gehört zum Leben, dass wir immer wieder vor Entscheidungen stehen und manchmal das klare Wissen haben, jetzt hab ich den Augenblick für die richtige Entscheidung versäumt, jetzt - das wäre es gewesen ... Aus diesen Erfahrungen (eben mit diesem unangenehmen Beigeschmack) kann man viel lernen. Jeder von uns kann nun sein Gewordensein lassen wie es ist, oder auch beginnen, eine Lebensschule (eine Kairos-Schule) für dieses Lernen des Lebens im Augenblick anzufangen.

Wir haben zwei Möglichkeiten! Von anderen lernen oder durch sich selbst, durch Selbstbeobachtung und indem wir die eigene Selbstachtung anzuheben versuchen. Aber wir wissen alle, wie schwer es ist, sich zu verändern, seinem Habitus eine neue Richtung zu geben. Es geht nur über den Willen, durch das eigene Engagement, durch zielstrebiges Handeln. Die erfüllenden existentiellen Augenblicke werden so immer mehr.

Und wo ist das Vorbild? Die Erfahrung eines Mitmenschen, die mir helfen könnte?
Ich lese oft solche Sätze: Im Jetzt sein, in einem höchstmöglichen Maße anwesend, gegenwärtig sein. Ich verstehe es als eine Fähigkeit und zugleich als eine Haltung, die es mir ermöglicht, im Augenblick zu leben.
Aber wo sind die konkreten Beispiele für diese Beschreibungen?

Allgemeine Hinweise


In nächster Zeit (ab Juli 2012!) werden hier zu den oben angegebenen Themen Texte und Arbeiten veröffentlicht werden. Wenn Sie möchten, tragen Sie Ihre Stellungnahmen, Ihre Erfahrungen, Ihre philosophischen Überlegungen auf den Blog Kairos-Seiten ein.
Diese Seiten sollen auch zu philosophischen Aktivtäten verlinken, Veranstaltungen bekannt machen, wie z.B. über den Veranstaltungskalender des "blauen reiters". Kurzum: Es soll kairos.at philosophisch aktuell sein.


 

Buchtipps
Jacques Lusseyran: Das wiedergefundene Licht. Klett-Kotta 2017
Jim Holt: Gibt es Alles oder Nichts? Hamburg 2016
Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes, Berlin 2016
Luciano Floridi: Die 4. Revolution. Wie die Infosphäre unser Leben verändert. Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik. Suhrkamp, Berlin 2014
Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann; C.H. Beck Verlag, München 2012
Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon. btb, 2006
Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern, Riemann, 2006


Letzte Bearbeitung: 27.4.2019

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