kairós -
das richtige Handeln
zum rechten Zeitpunkt


Philosophie-News
Das Dazwischen - oder beides?
Kairos. So nannten Philosophen des antiken Griechenlands diesen besonderen Moment, den geglückten, den richtigen, den angemessenen, den lebensverändernden – er hat viele Übersetzungen erhalten und viele Deutungen, und nicht immer war ganz klar: Ist er ein Geschenk, oder erfordert er eine Anstrengung? Kann man ihn anstreben, oder fällt er einem zu?
Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Überlegung in den Kairos-Blog.
(Erstellt am 15.07.2018, 11:02)

Rosa Mayreder
Analyse und Kritik des Patriarchats. Als eine der ersten radikalen Feministinnen vertrat Rosa Mayreder (1858 - 1938) die Ansicht, dass das Verhältnis zwischen Mann und Frau nicht von der Natur, sondern von gesellschaftlichen Normen bestimmt ist. Sie nahm bereits die These der US-amerikanischen Gender-Theoretikerin Judith Butler vorweg, "dass wir alle seit der Geburt von Geschlechterrollen geprägt sind, die unser Handeln bis heute bestimmen".
Die Rollenzuweisung als Frau erfuhr Mayreder bereits im bürgerlich-konservativen Elternhaus, in dem sie nur an den Griechisch- und Lateinstunden eines ihrer Brüder teilnehmen durfte. Schon als Jugendliche las Mayreder die Werke von Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche. Sie nahm Malunterricht, betätigte sich als Schriftstellerin und wurde zur Mitbegründerin des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins. In den Folgejahren konzentrierte sich Rosa Mayreder auf die schriftstellerische Arbeit; sie veröffentlichte sozialphilosophische und kulturkritische Schriften wie "Geschlecht und Kultur" und "Zur Kritik der Weiblichkeit", in denen sie den repressiven Charakter des Patriarchats analysierte und bekämpfte.
Sie dazu: ORF Science | Geschichte Wien | Das Buch: Welt Weise Frauen
(Erstellt am 17.03.2018, 8:24)

Eine rücksichtslose Abrechnung
Am 24. Mai 1855 erschien in Kopenhagen, damals noch einer recht beschaulichen, biedermeierlichen Stadt, die erste Nummer einer Zeitschrift, die von einem einzigen Mann erdacht, herausgegeben und verfaßt wurde: von Søren Kierkegaard. Von diesem unscheinbaren Heft wurde nur eine Auflage von wenig hundert Exemplaren gedruckt. Es war Kierkegaards letzte und verzweifeltste publizistische Unternehmung. Er starb, bevor er die letzte Nummer zum Druck geben konnte.
Der Augenblick ist eine Abrechnung mit dem organisierten Christentum, die sich bis zu einer unerhörten Schärfe steigert. (In der vorletzten Nummer steht ein Essay zum Beweis dessen, »daß die Priester Menschenfresser sind«.) Aber über die christliche Problematik hinaus wirft Kierkegaards Denken eine Frage auf, die allgemeiner gefaßt werden kann: Was geschieht, wenn man eine Überzeugung, einem Glauben, eine unbedingte Forderung ernst nimmt? In diesem Sinn ist seine Schrift eine rücksichtslose Abrechnung mit jeder Form der Heuchelei.
Der Augenblick, ein unerreichbares Beispiel nadelfeiner und vernichtender Polemik, wurde zum Vorbild der Fackel, die Karl Kraus ein Menschenalter später gegründet hat. (Quelle: Die Andere Bibliothek: Søren Kierkegaard: Der Augenblick)
(Erstellt am 19.11.2017, 11:09)

Bildung als Provokation
Eine Diagnose über das Dilemma unseres Bildungssystems.
Während Bildung als Schlagwort in unserer Gesellschaft omnipräsent geworden ist, ist der Gebildete, ja jeder ernsthafte Bildungsanspruch zur Provokation geworden. Die Gründe dafür nennt Konrad Paul Liessmann in seinem neuen Buch.
Ende September 2017 erschienen: Im Hanser-Verlag
(Erstellt am 6.10.2017, 17:47)

Hier entsteht (alles ist im Aufbau begriffen) eine Internetpräsentation der Themen

  1. Der Augenblick

  2. Die Zeit

  3. Der Zufall

Motivation

 

Copyright Gerri Zotter

Mich beeinflusst dieses Thema "der günstige Augenblick" sehr. Es gehört zum Leben, dass wir immer wieder vor Entscheidungen stehen und manchmal das klare Wissen haben, jetzt hab ich den Augenblick für die richtige Entscheidung versäumt, jetzt - das wäre es gewesen ... Aus diesen Erfahrungen (eben mit diesem unangenehmen Beigeschmack) kann man viel lernen. Jeder von uns kann nun sein Gewordensein lassen wie es ist, oder auch beginnen, eine Lebensschule (eine Kairos-Schule) für dieses Lernen des Lebens im Augenblick anzufangen.

Wir haben zwei Möglichkeiten! Von anderen lernen oder durch sich selbst, durch Selbstbeobachtung und indem wir die eigene Selbstachtung anzuheben versuchen. Aber wir wissen alle, wie schwer es ist, sich zu verändern, seinem Habitus eine neue Richtung zu geben. Es geht nur über den Willen, durch das eigene Engagement, durch zielstrebiges Handeln. Die erfüllenden existentiellen Augenblicke werden so immer mehr.

Und wo ist das Vorbild? Die Erfahrung eines Mitmenschen, die mir helfen könnte?
Ich lese oft solche Sätze: Im Jetzt sein, in einem höchstmöglichen Maße anwesend, gegenwärtig sein. Ich verstehe es als eine Fähigkeit und zugleich als eine Haltung, die es mir ermöglicht, im Augenblick zu leben.
Aber wo sind die konkreten Beispiele für diese Beschreibungen?

Allgemeine Hinweise


In nächster Zeit (ab Juli 2012!) werden hier zu den oben angegebenen Themen Texte und Arbeiten veröffentlicht werden. Wenn Sie möchten, tragen Sie Ihre Stellungnahmen, Ihre Erfahrungen, Ihre philosophischen Überlegungen auf den Blog Kairos-Seiten ein.
Diese Seiten sollen auch zu philosophischen Aktivtäten verlinken, Veranstaltungen bekannt machen, wie z.B. über den Veranstaltungskalender des "blauen reiters". Kurzum: Es soll kairos.at philosophisch aktuell sein.


 

Buchtipps
Jim Holt: Gibt es Alles oder Nichts? Hamburg 2016
Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes, Berlin 2016
Luciano Floridi: Die 4. Revolution. Wie die Infosphäre unser Leben verändert. Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik. Suhrkamp, Berlin 2014
Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann; C.H. Beck Verlag, München 2012
Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon. btb, 2006
Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern, Riemann, 2006


Letzte Bearbeitung: 20.8.2018

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