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	<title>Blog KAIROS &#187; Der Augenblick</title>
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	<description>Kairos - der günstige Augenblick</description>
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		<title>Es ist Krieg, aber dem Frühling ist es egal</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 07:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Krieg, aber dem Frühling ist es egal.
Es wird immer Frühling. ­ Immer. Mit Krokussen, die dort wachsen, wo es ihnen gefällt, eigenwillig absichtslos. Mit Gesichtern, die bei 12 Grad mit dem Auftauen beginnen, denen die Wintermonatsmaske wegschmilzt, ausgeliefert, kurzzeitig sorglos.
Der Frühling ist zurück und der Zustand der Welt ist ihm egal, selbst der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Krieg, aber dem Frühling ist es egal.</p>
<p>Es wird immer Frühling. ­ Immer. Mit Krokussen, die dort wachsen, wo es ihnen gefällt, eigenwillig absichtslos. Mit Gesichtern, die bei 12 Grad mit dem Auftauen beginnen, denen die Wintermonatsmaske wegschmilzt, ausgeliefert, kurzzeitig sorglos.</p>
<p>Der Frühling ist zurück und der Zustand der Welt ist ihm egal, selbst der Krieg kümmert ihn nicht, Frühling wird immer, schön und rücksichtslos.</p>
<p>Der Frühling ist so verlässlich schön, dass es weh tut, seine Luft ist so süß, dass es schmerzt. Wie kann er nur?</p>
<p>Jemand stirbt im Frühling, jemand schreit im Frühling, dann sagt trotzdem jemand im Frühling: „aber die Sonne tut echt gut“, und das ist wahr. Die Tage werden wieder länger, ob du sie nun fürchtest oder nicht. Der Frühling hat kein Gewissen. Ein Mensch hingegen hat ein schlechtes, und er muss das ertragen, heute, gestern, neulich, erneut.</p>
<p>Copyright taz.de</p>
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		<title>Salzwasser</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 15:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[wenn sich zwei schiffe im wasser, wenn sich zwei fische im wasser, wenn sich zwei begegnen, die immer schon da waren, sich nähern, stören sie den strom.
ich aus dem bauch heraus, aus dem kopf, ins wasser. aus dem wasser, durchs wasser, am wasser entlang. durch den sand. ich getarnt als du. ich vervielfacht zu wir. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wenn sich zwei schiffe im wasser, wenn sich zwei fische im wasser, wenn sich zwei begegnen, die immer schon da waren, sich nähern, stören sie den strom.</p>
<p>ich aus dem bauch heraus, aus dem kopf, ins wasser. aus dem wasser, durchs wasser, am wasser entlang. durch den sand. ich getarnt als du. ich vervielfacht zu wir. du eigentlich ich. du welt. du, ach. du gesellschaft, oh! du ans meer, du vom meer weg, du von mir weg. zu mir hin, du und ich, eins.</p>
<p>im schwimmen nimmt der körper im regelfall keine bis kaum flüssigkeit auf, unabhängig davon wie trocken er ist. ich kraule in arbeit, du schmetterlingst in geld.</p>
<p>Greta Maria Pichler: Salzwasser, 2024</p>
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		<title>In the Highlands</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Aug 2024 20:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Begrüßung immer, jedes Mal, ausnahmslos eingeleitet von einem Lächeln, das sich nicht nur über Helmuts Gesicht zog, sondern, ich hatte den Eindruck, den ganzen Mann erfasste: spürbare Freude und Freundlichkeit, Wohlwollen und Menschenliebe, eine weltumspannende Menschenliebe geradezu.
&#8230;
Wir hörten Bob Dylan.
&#8230;
Ich gehe durch die sonnenbeschienene Stadt, Dylans Highlands im Ohr und Helmut, der diesen Song [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Begrüßung immer, jedes Mal, ausnahmslos eingeleitet von einem Lächeln, das sich nicht nur über Helmuts Gesicht zog, sondern, ich hatte den Eindruck, den ganzen Mann erfasste: spürbare Freude und Freundlichkeit, Wohlwollen und Menschenliebe, eine weltumspannende Menschenliebe geradezu.<br />
&#8230;<br />
Wir hörten Bob Dylan.<br />
&#8230;<br />
Ich gehe durch die sonnenbeschienene Stadt, Dylans Highlands im Ohr und Helmut, der diesen Song besonders liebte, im Kopf. &#8220;Well my heart&#8217;s in the Highlands. I&#8217;m gonna go there when I feel good enough to go.&#8221;</p>
<p>Aus: Nachruf auf Helmut Gollner in Literatur und Kritik, Mai 2024, von Karin Peschka</p>
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		<title>Keinen Augenblick verstreichen lassen</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2024 06:18:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Das idealistische Vorhaben, sich «die ganze Zeit» zu eigen zu machen und keinen Augenblick ungenutzt verstreichen zu lassen, relativiert Seneca aber sofort wieder – er selbst sei im Umgang mit der Zeit nicht perfekt. Seneca möchte nicht anklagen, sondern aufmerksam machen, dass es sich selbst dann noch lohne, sich mit der Zeit auseinanderzusetzen, wenn nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das idealistische Vorhaben, sich «die ganze Zeit» zu eigen zu machen und keinen Augenblick ungenutzt verstreichen zu lassen, relativiert Seneca aber sofort wieder – er selbst sei im Umgang mit der Zeit nicht perfekt. Seneca möchte nicht anklagen, sondern aufmerksam machen, dass es sich selbst dann noch lohne, sich mit der Zeit auseinanderzusetzen, wenn nicht mehr viel am Boden des Fasses übrig sei. (Vgl. EM, 6) Je früher, desto besser. Das wird bei der Lektüre offensichtlich. Aber auch wenn einem nicht mehr viel Zeit bleibt – und man weiss ja schliesslich nie wirklich, wie viel einem wirklich noch bleibt – ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um damit zu beginnen.</p>
<p>Aus: Denkbrocken:  <a href="https://denkbrocken.com/2019/01/05/seneca-briefe-an-lucilius-zeitbegriff/">Zeit besitzen oder verlieren</a></p>
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		<title>Kleine Fabel</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2024 07:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ — „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.</p>
<p>Franz Kafka (Aus dem Nachlass). Todestag 3. Juni 1924</p>
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		<title>Verluste</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Nov 2023 18:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Verluste der ukrainischen Streitkräfte
Die Verlustzahlen unserer Armee werden geheim gehalten
Bis zum Ende des Krieges wird es keine Zahlen geben.
Es wird jener Nachbar sein,
dessen merkwürdige Frau rote Blumen setzte
Der Freund, der ohne Vorwarnung ging
Der Unidozent, den wir alle so gern hatten
Das junge Mädchen, das alle nur nervte
Der Künstler, den alle mochten
und der jenes Mädchen scheinbar verehrte.
Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left">Verluste der ukrainischen Streitkräfte</p>
<p>Die Verlustzahlen unserer Armee werden geheim gehalten<br />
Bis zum Ende des Krieges wird es keine Zahlen geben.</p>
<p>Es wird jener Nachbar sein,<br />
dessen merkwürdige Frau rote Blumen setzte<br />
Der Freund, der ohne Vorwarnung ging<br />
Der Unidozent, den wir alle so gern hatten<br />
Das junge Mädchen, das alle nur nervte<br />
Der Künstler, den alle mochten<br />
und der jenes Mädchen scheinbar verehrte.</p>
<p>Im Namen der Staatssicherheit<br />
schwöre ich, dass ich die Gefallenen nicht zählen werde<br />
Ich werde sie bis ich nicht mehr kann zählen<br />
und bis zum Ende des Krieges</p>
<p>In Wahrheit zählte ich zuerst, verzählte mich aber.</p>
<p style="text-align: right">
<p>Wiktorija Amelina</p>
<p style="text-align: left">
]]></content:encoded>
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		<title>Der Krieg</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jul 2023 08:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Tage

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.
Er wird verliehen,
wenn nichts mehr geschieht,
wenn das Trommelfeuer verstummt,
wenn der Feind unsichtbar geworden ist
und der Schatten ewiger Rüstung
den Himmel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Alle Tage</h3>
<div>
<p>Der Krieg wird nicht mehr erklärt,<br />
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte<br />
ist alltäglich geworden. Der Held<br />
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache<br />
ist in die Feuerzonen gerückt.<br />
Die Uniform des Tages ist die Geduld,<br />
die Auszeichnung der armselige Stern<br />
der Hoffnung über dem Herzen.</p>
<p>Er wird verliehen,<br />
wenn nichts mehr geschieht,<br />
wenn das Trommelfeuer verstummt,<br />
wenn der Feind unsichtbar geworden ist<br />
und der Schatten ewiger Rüstung<br />
den Himmel bedeckt.</p>
<p>Er wird verliehen<br />
für die Flucht von den Fahnen,<br />
für die Tapferkeit vor dem Freund,<br />
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse<br />
und die Nichtachtung<br />
jeglichen Befehls.</p>
<p>Ingeborg Bachmann, 1952</p>
<p>Es herrscht immer noch Krieg &#8230; &#8211; Zum Nachdenken an den Bachmann-Preis 2023</p></div>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die gestundete Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 05:31:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Die gestundete Zeit
Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Bald mußt du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.
Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die gestundete Zeit</strong></p>
<p>Es kommen härtere Tage.<br />
Die auf Widerruf gestundete Zeit<br />
wird sichtbar am Horizont.<br />
Bald mußt du den Schuh schnüren<br />
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.<br />
Denn die Eingeweide der Fische<br />
sind kalt geworden im Wind.<br />
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.<br />
Dein Blick spurt im Nebel:<br />
die auf Widerruf gestundete Zeit<br />
wird sichtbar am Horizont.</p>
<p>Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,<br />
er steigt um ihr wehendes Haar,<br />
er fällt ihr ins Wort,<br />
er befiehlt ihr zu schweigen,<br />
er findet sie sterblich<br />
und willig dem Abschied<br />
nach jeder Umarmung.</p>
<p>Sieh dich nicht um.<br />
Schnür deinen Schuh.<br />
Jag die Hunde zurück.<br />
Wirf die Fische ins Meer.<br />
Lösch die Lupinen!</p>
<p>Es kommen härtere Tage.</p>
<p style="text-align: center">Ingeborg Bachmann</p>
<p></p>
<p style="text-align: center">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das ist die Sehnsucht</title>
		<link>https://kairos.at/blog/?p=538</link>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2022 07:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rainer Maria Rilke
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge<br />
und keine Heimat haben in der Zeit.<br />
Und das sind Wünsche: leise Dialoge<br />
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.</p>
<p>Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern<br />
die einsamste von allen Stunden steigt,<br />
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,<br />
dem Ewigen entgegenschweigt.</p>
<p>Rainer Maria Rilke</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bereit zum Abschied &#8211; neubeginnen</title>
		<link>https://kairos.at/blog/?p=534</link>
		<comments>https://kairos.at/blog/?p=534#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2022 06:53:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sindelar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Augenblick]]></category>

		<guid isPermaLink="false">https://kairos.at/blog/?p=534</guid>
		<description><![CDATA[Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stufen</p>
<p>Wie jede Blüte welkt und jede Jugend<br />
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,<br />
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend<br />
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.<br />
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe<br />
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,<br />
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern<br />
In andre, neue Bindungen zu geben.<br />
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,<br />
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.</p>
<p>Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,<br />
An keinem wie an einer Heimat hängen,<br />
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,<br />
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.<br />
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise<br />
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,<br />
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,<br />
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.</p>
<p>Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde<br />
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,<br />
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …<br />
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!</p>
<p>Hermann Hesse</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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