Archiv der Kategorie ‘Der Augenblick‘

 
 

Die Macht des Moments

Dass wir im Zweifel oft wenig Zeit haben, das Für und Wider zu erwägen, sollte uns trotzdem nicht zögern lassen. Wir sind nämlich klüger, als wir glauben. Wie Sie ja bereits wissen, haben wir in unserem Unterbewusstsein  jede  Menge  Informationen  über  Menschen,  Situationen  und  Dinge  gespeichert,  die  wir  blitzschnell  abrufen  können.  Im positiven Fall spüren wir dann die innere Gewissheit: »Das ist jetzt gut für mich.«

Der Wissenschaftsjournalist Malcolm Gladwell beschreibt diesen  Vorgang  in  seinem  Bestseller: Blink!  Die  Macht  des  Moments: »Wenn wir eine spontane Entscheidung treffen oder eine Ahnung haben, dann geht unser Unbewusstes so vor: Es überblickt die Situation, in der wir uns befinden, sortiert alles Unwichtige aus und konzentriert sich  absolut  auf  das  Wesentliche.  Unser  Unbewusstes  schneidet  eine Situation in dünne Scheibchen, und darin hat es eine wahre Meisterschaft  entwickelt,  sodass  diese  Methode  oft  zu  besseren  Ergebnissen führt als langes Nachdenken und ausführliche Analysen.«

Der Intuition trauen!
Aus: Eva Wlodarek, Tango Vitale, S. 194 ff.

Ewigkeit nach R. Safranski

Zum Buch von Rüdiger Safranski
Zeit: Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen.
Michael Stallknecht (Süddeutsche Zeitung: 27. August 2015):

Zum Beispiel, wenn Safranski im letzten Kapitel vollkommen unsentimental und ohne Anflüge von Esoterik über ein Phänomen wie die Ewigkeit schreibt. Die, wie er erläutert, eigentlich gar keine Zeit ist, sondern gerade dann aufscheint, wenn wir die Zeit gar nicht mehr wahrnehmen. Wenn wir also nicht mehr in der Sorge leben, sondern ganz im Augenblick aufgehen. Dann sind wir der Zeit enthoben, scheint sie plötzlich stille zu stehen.

Veränderungen des Lebens

My life will have been a succession of lives, as if I have had several lives, a multiplicity of stories and roles. I have not ceased to have changes of life.

Bernard Stiegler

Die günstige Zeit

Kairos bezeichnet im Griechischen den günstigen Zeitpunkt oder kritischen Augenblick. Für Aristoteles, dem *Kairos* das Gute in der Kategorie der Zeit bedeutet, ist er die Gelegenheit zur Entscheidung, zur Rede, zur Frage und zur Erneuerung der Aufmerksamkeit.

Kann unsere Zeit der Überflutung mit trivialen Informationen, einer rein ökonomisch bewegten Globalisierung, in der klassische Kulturen und Werte zu versinken drohen, eine günstige Zeit für das Produzieren anspruchsvoller Bücher sein?

Feststellung und die Frage auf kairos.lu

Die Philosophie – der Weg

Die Gegenwart ist der einzige Schauplatz des Handelns, der einzige Schauplatz des Denkens, sogar der einzige Schauplatz der Erinnerung und der Erwartung. In der Gegenwart leben? Das hei?t einfach in der Wahrheit leben. Die Ewigkeit ist jetzt.
(Aus: Glück ist das Ziel, Philosophie der Weg. André Comte-Sponville)

Abwarten?

Es gibt Situationen, in denen die einzig »praktikable« Lösung darin besteht, der Versuchung zu widerstehen, sich unmittelbar zu engagieren, und im Sinne einer gelassenen, kritischen Analyse »abzuwarten«.

Slavoj Žižek: Gewalt. Sechs abseitige Reflexionen, Leika, 2011, S.14

Ist dir der Augenblick genug?

Ich zitiere:
Es ist paradox und doch alltäglich. Das einzige, was du wirklich mit Leben fühlen kannst ist der Augenblick, und dennoch sind viele mit ihren Gedanken nicht im Augenblick, sondern in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
Es scheint fast so, als dass es eine Art Flucht vor dem Augenblick gibt. Wir lenken uns und unsere Gedanken vom Augenblick weg. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auch weg von uns selbst. Wir beschäftigen uns mit anderen Personen, anderen Dingen.
Dir ist der Augenblick, das einzige was du wirklich erleben kannst, nicht genug! Damit bist du dir selbst nicht gut genug. Du flüchtest vor dir selbst.
Mehr von Thomas Rehehäuser in seinem Blog GeDankeN …

Die Gelegenheiten wahrnehmen

Ja, ich hatte Glück mit meinen Lehrern. Aber ich habe auch das, was sie mir gaben, annehmen können. Insofern war es auch meine Leistung. Vielleicht kann man das aus Hillas Geschichte lernen: Anzunehmen, was einem möglich gemacht wird; die dargereichte Hand auch zu ergreifen; die sich im Leben einstellenden Gelegenheiten wahrzunehmen, im rechten Moment. Lebensgeschichte ist immer auch eine Begegnung mit Kairos, dem griechischen Gott des glücklichen Augenblicks.
Ulla Hahn, DER SPIEGEL 39/2009